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descriptionTabletten
Die Apotheke ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Arzt und Patient. Sie versorgt die Bevölkerung mit allen Medikamenten und steht für kompetente Beratung.
descriptionMedizinflasche
Beim Umgang mit Medikamenten ist Vorsicht geboten. Bei einigen besteht die Gefahr der Abhängigkeit, andere sind nicht für Kinder oder Schwangere geeignet.
descriptionKassenrezept
Rezepte – viele Infos auf kleinstem Raum: zu Arzt, Patient, den Arzneimitteln und dem Kostenträger. Kassenrezepte sind rot, Privatrezepte grün oder blau.
descriptionFinger mit Pflaster
Stets verfügbar, mit den wichtigsten Medikamenten bestückt und ständig auf Haltbarkeit kontrolliert – eine Hausapotheke leistet schnelle Erste Hilfe.
descriptionBuch mit Brille
Was bedeuten „aut idem“, „Parallelimport“ und „Zuzahlung“? Das Lexikon erklärt die wichtigsten Fachbegriffe aus dem Bereich Arzneimittel und Apotheke.
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Rezepte richtig verstehen

Verschreibungspflichtige Medikamente darf der Apotheker nur abgeben, wenn der Patient ein ärztliches Rezept dafür vorlegt  unabhängig davon, ob die Krankenkasse die Kosten einer Arznei übernimmt oder ob der Kunde sie aus eigener Tasche bezahlen muss.

Im Überblick



Bis vor einigen Jahren war die Sache einfach: Wer gesetzlich versichert war, bekam vom Arzt ein sogenanntes Kassenrezept ausgestellt, ging damit in die Apotheke und tauschte den Schein gegen die verordnete Arznei – und wenn es nur frei verkäuflicher Hustensaft war. Fertig. Heute dürfen „auf Rezept“ nur noch bestimmte Medikamente direkt mit der Kasse abgerechnet werden, und der Patient muss einen Eigenanteil leisten. Für andere Arzneien füllt der Arzt grüne oder blaue Vordrucke aus. Sie entsprechen dem Rezept, das Privatversicherte von jeher bekommen – mit einem Unterschied: Der Privatpatient bezahlt die Arznei in der Apotheke, lässt sich das Rezept inklusive Preisvermerk abstempeln und holt sich mit diesem Beleg die Kosten selbst vom Versicherer zurück. Kassenpatienten dagegen blieben auf den Kosten eines Privatrezepts sitzen.
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Ist mein Rezept gültig?

Jedes Rezept muss bestimmte Kriterien erfüllen, damit es auch wirklich gültig ist. Apotheker dürfen bei einem fehlerhaften Rezept das verordnete Arzneimittel nicht abgeben. Auf den rosa, grünen und blauen Vordrucken für Kassenpatienten sind dafür verschiedene Rubriken vorgesehen. Folgende Punkte sind dabei wichtig:
  • Der Arzt gibt seinen Namen, seine genaue Berufsbezeichnung sowie seine korrekte Anschrift an. Dies geschieht mit einem Stempel oder beim Computerausdruck automatisch.
  • Das Datum der Rezeptausfertigung muss eingetragen sein.
  • Eine eigene Spalte ist dem Namen und Geburtsdatum des Empfängers vorbehalten.
  • In das dafür vorgesehene Feld trägt der Arzt die Art des Arzneimittels (Fertigarzneimittel oder in der Apotheke angefertigte Rezeptur), die Darreichungsform und die Menge ein. Gesetzlich Versicherte haben längstens einen Monat nach Ausstellungsdatum Anspruch auf eine Kostenerstattung. Bei einigen Krankenkassen kann die Gültigkeit von dieser Regel abweichen. Versicherte können sich darüber bei ihrer Krankenkasse informieren.
  • Das Rezept muss vom ausstellenden Arzt eigenhändig unterschrieben sein.
Zusätzlich muss das Formular den Namen der betreffenden Krankenkasse, deren Nummer sowie die Nummer des Versicherten und des Vertragsarztes enthalten. Dies gilt auch für die sogenannte Kennzahl des Versicherten. Diese gibt den jeweiligen Status an – also zum Beispiel ob der Betreffende Angestellter ist.

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Rot, blau, grün, gelb – die Farben der Rezepte

Rot ist die Kennfarbe von Rezepten, auf denen der Arzt gesetzlich Versicherten erstattungsfähige Medikamente und Heilmittel verordnet. Der Patient muss einen gesetzlich festgelegten Eigenanteil (Selbstbeteiligung) leisten, die eigentlichen Arzneikosten rechnet der Apotheker mit der Krankenkasse ab. Die Zuzahlung beträgt zehn Prozent vom Verkaufspreis, mindestens jedoch fünf und höchstens zehn Euro. Eine ganze Reihe besonders kostengünstiger Medikamente ist von der Zuzahlung befreit. Pro Kassenrezept dürfen nicht mehr als drei Arzneimittel verordnet werden.

Einen blauen Vordruck verwendet der Arzt für verschreibungspflichtige, aber nicht erstattungsfähige Medikamente. Der Patient erkennt ebenso wie der Apotheker auf den ersten Blick, dass er die Arznei selbst bezahlen muss. Ein blaues Rezept ist nicht nur vier, sondern zwölf Wochen gültig. Den Vordruck kann der Arzt auch für privat versicherte Patienten verwenden.

Ein Rezept auf grünem Untergrund kann der Arzt für ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament ausstellen. Es handelt sich dabei um eine unbegrenzt gültige „Empfehlung“ des Arztes für beliebig viele Arzneien, die der Patient alle selbst bezahlen muss (siehe unten).

Die Farbe Gelb zeigt an, dass ein Rezept dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Das sogenannte BtM-Rezept ist nur acht Tage (inklusive des Verschreibungstages) gültig, trägt eine Seriennummer und wird in dreifacher Ausfertigung ausgestellt. Einen Durchschlag behält der verschreibende Arzt, einer ist für die Kasse bestimmt, und einen muss der Apotheker drei Jahre lang aufbewahren.

Seit Februar 2009 gibt es ein weiteres Spezial-Rezept. Für den Wirkstoff Thalidomid (das berüchtigte Contergan) und seinen Verwandten Lenalidomid gibt es das sogenannte T-Rezept. Es wird vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nur an ausgewählte Ärzte abgegeben, die besondere Sicherheitsregeln einhalten müssen. Die durchnummerierten Rezepte können nur sechs Tage lang eingelöst werden.
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Grünes Rezept – was nun?

Im Rahmen der Kostendämpfung im Gesundheitswesen bezahlen die Krankenkassen viele rezeptfreie Medikamente nicht mehr. Dadurch werden auch Mittel von der Erstattung ausgeschlossen, die sich bei bestimmten Therapien bewährt haben. Es gibt allerdings auch hier Ausnahmen, die in den Arzneimittel-Richtlinien aufgeführt sind.

Für alle Medikamente, die tatsächlich nicht mehr erstattet werden, haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Deutsche Apothekerverband e.V. (DAV), der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) ein „Grünes Rezept“ entwickelt und den Vertragsärzten zur Verfügung gestellt. Die Gestaltung des Rezeptes orientiert sich an den Rezeptvordrucken, die den Versicherten wohlbekannt sind – bis auf die Farbe.

Ein richtiges Rezept ist die grüne Variante eigentlich nicht, sondern eher eine Empfehlung des Arztes, welche Arznei(en) er für den Patienten für sinnvoll hält. Für den Patienten besteht keine Verpflichtung, es einzulösen. Er kann sich in der Apotheke jederzeit für ein Alternativpräparat entscheiden. Das grüne Formular verfolgt drei Ziele:
  • Es soll dem Patienten mitteilen, dass die Anwendung des verordneten Medikamentes zwar medizinisch ratsam ist, die Kosten jedoch nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
  • Es soll eine Merkhilfe für den Patienten bezüglich Name, Wirkstoff, Darreichungsform, Packungsgröße etc. sein.
  • Es dient als Beleg für eine „außergewöhnliche Belastung“ bei der Einkommensteuererklärung im Sinne der Abgabenordnung.

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Kassenrezept
An dem Rezept dürfen keine Änderungen vorgenommen werden. Wer etwa am Ausstellungsdatum oder an der verordneten Menge manipuliert, macht sich der Urkundenfälschung schuldig.
Grünes Rezept
© vitanet GmbH
Das grüne Rezept ist im eigentlichen Sinn kein Rezept, sondern eher eine Empfehlung des Arztes. Der Patient kann, aber muss sich nicht daran halten. Auf jeden Fall muss er jedoch die Kosten für das aufgeführte Medikament selbst übernehmen.