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descriptionAbgebrannte Streichhölzer
Erschöpft, müde, wie ausgebrannt – so fühlt sich jeder einmal. Bei Menschen mit Burnout entwickelt sich dieser Zustand zum Lebensgefühl.
descriptionMann vergräbt Gesicht in Händen.
Burnout kann viele Gesichter haben: Erschöpfung, Reizbarkeit oder Schmerzen sind typische Symptome. Oft bleibt das Syndrom deshalb unerkannt.
descriptionPsychotherapie
Psychotherapie und Medikamente können helfen, Burnout in den Griff zu bekommen. Dabei ist die Eigeninitiative des Betroffenen gefragt.
descriptionGeschäftsmann
Burnout ist ein Prozess. Mit gezielten Strategien können Sie das Burnout-Risiko senken, indem Sie Stress abbauen und Lebensfreude tanken.
descriptionFrau liegt entspannt in einer Wiese.
Burnout ist kein unausweichliches Schicksal – jeder kann etwas dafür tun, aus dem ausgebrannten Zustand herauszukommen oder ihn gar zu vermeiden.
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Burnout: wenn die Seele ausbrennt

Der Begriff Burnout kam Mitte der 1970er Jahre in den USA auf und bedeutet zu Deutsch „Ausbrennen“. Er bezeichnet einen Zustand starker emotionaler Erschöpfung. Seit seiner Einführung hat der Begriff eine steile Karriere hingelegt und ist inzwischen in aller Munde.

Im Überblick



Definitionsversuche

Eine einheitliche Definition für Burnout gibt es bisher nicht. Gleich ist bei vielen Definitionsversuchen, dass Burnout als Reaktion auf Stress bezeichnet wird. Es ist nicht als Krankheit anerkannt, aber man gesteht dem Burnout-Syndrom Krankheitswert zu. Eine Schweizer Expertengruppe, das „Swiss Expert Network on Burnout“, bezeichnet Burnout beispielsweise als „eine arbeitsassoziierte Stressreaktion, die zu einem anhaltenden negativem Gefühlszustand bei normalen Individuen führt.“

Klar scheint also, dass Stress und das Burnout-Syndrom eng miteinander verbunden sind. Stress ist jedoch sehr subjektiv. Während eine moderate Stressreaktion gut für die Gesundheit und den Umgang mit Stressoren sein kann, ist eine zu starke Reaktion gesundheitsschädigend. Wie der einzelne Mensch in einer potentiell stressigen Situation reagiert, hängt jedoch von ihm selbst und seiner Bewertung der Situation ab.

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Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für Burnout sind daher sehr vielfältig. Sicher spielen die Bedingungen der Arbeitswelt eine Rolle dabei, dass immer mehr Menschen wegen Burnout behandelt werden. Starker Zeitdruck, hohe Arbeitsbelastung oder die Fülle an Informationen, die jeder täglich verarbeiten muss, erhöhen den empfundenen Stress – und damit die Gefahr für Burnout. Jedoch kommen zu den beruflichen meist auch individuelle Ursachen hinzu. Mangelnde Stressbewältigungsmechanismen oder unrealistische Erwartungen an den Beruf sind hier Beispiele.

Das Burnout-Syndrom ist ein schleichender Prozess. Symptome wie die Unfähigkeit zu regenerieren, emotionale Erschöpfung, der Rückzug aus dem Sozialleben und die Einschränkung der Leistungsfähigkeit treten meist nach und nach auf. Häufig kommen auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen hinzu. Da Betroffene oft nur wegen dieser körperlichen Beschwerden einen Arzt aufsuchen, ist die Diagnostik des Burnout-Syndroms nicht leicht.

Therapie an Symptome anpassen

Die Therapie des Burnout-Syndroms wird an die auftretenden Symptome angepasst. Während es zu Anfang oft noch ausreicht, die Maßnahmen der Burnout-Prävention umzusetzen, stehen im fortgeschrittenen Stadium Maßnahmen zur Therapie der Burnout-Folgen wie eine Psychotherapie und die Gabe von Medikamenten  im Vordergrund. Wichtig bei der Burnout-Therapie ist vor allem die Eigeninitiative. Betroffene, die aktiv mitarbeiten, haben gute Chancen, das Burnout-Syndrom zu überwinden.
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Stadien des Burnout-Syndroms

Das Burnout-Syndrom verläuft nicht bei jedem Betroffenen gleich. Tatsächlich unterscheidet sich der Verlauf von Patient zu Patient oft stark. Dennoch wurde in der wissenschaftlichen Literatur versucht, Burnout in Stadien einzuteilen. Häufig erfolgte eine Einteilung in drei Stadien.

Einig ist man sich darüber: Das Burnout-Syndrom beginnt schleichend. Betroffen sind meist Menschen, die etwas erreichen wollen, die hohes Engagement zeigen und ein geringes Bedürfnis nach Ruhe und Regeneration zu haben scheinen. Sie überfordern sich damit selbst und muten sich mehr zu als sie leisten können.

Burnout Stadium 1

Im ersten Stadium fühlen sich die Betroffenen zunehmend erschöpft und ausgelaugt. Sie sind frustriert. Zudem können sie in ihrer Freizeit nicht mehr regenerieren, sie können ihre Akkus nicht mehr aufladen. Energie und Schwung, die sie für ihre Arbeit bräuchten, nehmen immer mehr ab. Häufig kommen eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sowie chronische Müdigkeit hinzu.

Burnout Stadium 2

Im weiteren Verlauf reagieren die Betroffenen zunehmend gereizt und zynisch. Sie entwickeln eine Gleichgültigkeit, sowohl beruflich wie privat. Auf Kunden, Mitarbeiter und Angehörige wirken Burnout-Betroffene gefühllos. Es folgen Resignation und die Vermeidung von Kontakten. Die Betroffenen ziehen sich immer mehr zurück, erfüllen nur noch ihr Pflichtprogramm. Nicht selten steigt in dieser Zeit der Alkohol-, Nikotin- oder Kaffeekonsum.

Burnout Stadium 3

In Stadium 3 kommt es schließlich zu einem Leistungsabfall. Das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit schwindet immer mehr. Positive Erlebnisse und Erfolge gibt es nicht mehr. Auch Angst- und Panikattacken sowie Depressionen können jetzt auftreten. Eventuell schon zuvor vorhandene körperliche Symptome wie Depressionen oder Kopfschmerzen verstärken sich. Schlusspunkt ist die völlige Erschöpfung. Die Betroffenen sind nun nicht mehr in der Lage ihren Beruf auszuüben.
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Ursachen und Risikofaktoren für das Burnout-Syndrom

Die Ursachen für das Burnout-Syndrom sind sehr vielfältig. Unterschieden wird zwischen beruflichen und individuellen Ursachen. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren aus beiden Bereichen dazu, dass ein Mensch ausbrennt. Im Folgenden sind einige häufige Ursachen für das Burnout-Syndrom aufgeführt. Bitte beachten Sie jedoch, dass eine solche Liste nie umfassend sein kann.

Berufliche Ursachen für Burnout:
  • Zeitdruck: Unter den Stressoren der modernen Arbeitswelt wird Zeitdruck sehr häufig genannt. Immer mehr Aufgaben sollen in immer kürzerer Zeit erledigt werden. Das erzeugt Stress und Druck und kann eine Ursache für Burnout sein.
  • Multitasking: Wir haben heute immer mehr Kommunikationskanäle zur Verfügung und müssen somit eine immer größere Menge an Informationen gleichzeitig verarbeiten. Der Arbeitsfluss wird häufig durch E-Mails oder Anrufe unterbrochen. Das überfordert und senkt die Leistung.
  • fehlende Zielvorgaben und Erfolgskriterien: Immer mehr Menschen arbeiten in Dienstleistungsberufen, in denen man nicht direkt erkennen kann, was man geleistet hat. Auch in vielen Unternehmen sind Ziele häufig nicht klar definiert. Wer aber keine Erfolgserlebnisse hat oder gar teilweise umsonst arbeitet, der ist zunehmend frustriert und droht auszubrennen.
  • schlechtes Betriebsklima: Ein gutes Betriebsklima, in dem man sich gegenseitig unterstützt und respektiert, ist für viele Menschen sehr wichtig, um Burnout zu vermeiden. Dazu gehört auch, sich vom Chef ausreichend wertgeschätzt zu fühlen.
  • zu viele verschiedene Erwartungen: Viele Menschen sehen sich in ihrem Beruf einer Vielzahl verschiedener Erwartungen ausgesetzt. Der Chef erwartet etwas anderes als die Kollegen. Und die Klienten oder Kunden haben noch einmal andere Anforderungen. Das kann schnell überfordern und gehört zu den Ursachen für Burnout.
  • Klientenkontakt und Klientenzahl: Wer ist seinem Beruf viel Kontakt zu anderen Menschen hat, der sieht sich hohen sozialen und kommunikativen Anforderungen ausgesetzt. Das kann zu Burnout führen.
  • geringe Entfaltungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume: Menschen, die ihre Fähigkeiten nicht voll nutzen können, weil sie sonst ihre Kompetenzen im Beruf überschreiten würden, fühlen sich unterfordert. Das frustriert und kann Burnout begünstigen.
  • Nacht- und Schichtarbeit: Nacht- und Schichtarbeit belasten den Körper stark und können ursächlich für ein Burnout sein.

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Individuelle Ursachen für Burnout:
  • Überengagement und Perfektionismus: Viele Burnout-Betroffene sind zunächst sehr engagiert in ihrem Beruf und wollen alle Aufgaben perfekt erledigen. Damit überfordern sie sich selbst und sind zunehmend erschöpft.
  • mangelnde Distanzierungsfähigkeit: Gerade in sozialen Berufen spielt mangelnde Distanzierungsfähigkeit eine große Rolle als Ursache für Burnout. Die Betroffenen nehmen Probleme aus dem Beruf mit nach Hause, es fällt ihnen schwer eine gesunde Distanz zu wahren.
  • zu hohe Erwartungen: Besonders Berufsanfänger erwarten oft viel von sich selbst und von ihrem Beruf. Der Alltag sieht jedoch meist anders aus. Erwartete Erfolge bleiben aus. Das führt zu Frustration und Stress und ist Ursache für Burnout.
  • hoher Leistungsdruck in der Familie: Es zeigt sich, dass von Menschen mit Burnout oft schon in der Kindheit viel verlangt wurde, dass die Eltern großen Wert auf Leistung gelegt haben. Die Betroffenen haben also gelernt, dass nur eine gute Leistung zu Liebe und Anerkennung führt und glauben, sich umso mehr anstrengen zu müssen.
  • mangelnde Stressbewältigungsmechanismen: Menschen, die mit Stress nicht gut umgehen können, haben im Beruf meist ein schlechtes Zeitmanagement und können ihre Aufgaben nicht gut organisieren. Somit sind sie nicht so effizient wie andere. Im privaten Bereich bedeuten mangelnde Stressbewältigungsmechanismen, dass die Betroffenen nicht regenerieren können. Sie werden den Stress aus der Arbeit nicht los.
  • Ängstlichkeit: Wer sehr ängstlich und sensibel ist, der fühlt sich einer Situation schneller ausgeliefert. Das kann Burnout begünstigen.

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Arbeitsplatz mit vielen Notizzetteln
© Thinkstock
Burnout als Reaktion auf Stress: Das Burnout-Syndrom lässt sich allgemein auf Stress in Alltags- und Berufsleben zurückführen. Entscheidend ist dabei, wie der Einzelne mit Stress umgeht.
Büroarbeiter im Stress
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Zeitdruck und ständige Erreichbarkeit: Der Berufsalltag fordert oft viel vom Einzelnen. Manchmal auch zu viel.
Dartpfeile
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Hoch hinaus: Viele Burnout-Betroffene wollen alles perfekt erledigen und erwarten zu viel von sich selbst. Oftmals sind die Ansprüche an die eigene Person jedoch unrealistisch.